Aktuelles zu Arbeitsschutzmaßnahmen im Zusammenhang mit SARS-CoV-2

(Bild: AdobeStock/Nastya Tsy)

Sicherheit und Gesundheitsschutz haben oberste Priorität, wenn es um Arbeit in Zeiten der Corona-Pandemie geht. Dem Arbeitsschutz kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung haben daher gemeinsam den SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard vorgestellt. Dieser formuliert Anforderungen an den Arbeitsschutz in Zeiten der Corona-Krise. Hinweise auf konkretere, branchenspezifische Schutzstandards finden Sie auf den nachfolgenden Seiten unter „Betriebe und Einrichtungen“.

Die jetzt erstellte SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel konkretisiert die Anforderungen des Arbeitsschutzrechts in Bezug auf Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung von SARS-CoV-2. Bei Einhaltung der Regel können die Unternehmerinnen und Unternehmer davon ausgehen, dass die Anforderungen der Verordnungen nach dem Arbeitsschutzgesetz und auch des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards erfüllt sind. Maßgeblich bleibt jedoch stets die tatsächliche Situation im Betrieb vor Ort, wo Sicherheit und Gesundheit der Versicherten durch passende Maßnahmen sichergestellt werden müssen.

 

 

Grundsätzliche Informationen

Spezifische Informationen für unsere Mitgliedsbetriebe

Im Weiteren haben wir für unsere Mitgliedsbetriebe und -einrichtungen betriebsspezifische Informationsangebote zur Corona-Pandemie zusammengestellt. Über unsere Seite Betriebe und Einrichtungen gelangen Sie auf die einzelnen Informationsseiten für Ihren Betrieb bzw. Ihre Einrichtung.

Mund-Nase-Bedeckungen – Masken – Gesichtsschilde (Gesichtsvisiere)

Ein Übersichtsartikel aus dem DGUV-Forum erläutert die unterschiedlichen Produkte. Dabei wird auf die möglich erhöhte Belastung durch das Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen oder Atemschutzmasken eingegangen und die DGUV gibt Empfehlungen für die Tragezeit von Mund-Nase-Bedeckungen.

Derzeit wird über die Anwendung transparenter Community-Masken, auch Visier-(Schutz-)Masken oder auch Gesichtsvisiere (face-shields) als Alternative zu Mund-Nase-Bedeckung (MNB) diskutiert. Oft besteht bei den Beschäftigten der verständliche Wunsch, dass zur besseren Kommunikation untereinander die Gesichtsmimik erkennbar sein soll. Dennoch ist in der Regel das Tragen von Visiermasken/ Gesichtsschildern als Ersatz für eine textile Mund-Nase-Bedeckung nicht ausreichend, wenn eine behördliche Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nase-Bedeckung besteht.

Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege führt zu dieser Fragestellung folgendes aus:

"Visier-Schutzmasken sind nicht zur Verhinderung der Virenausbreitung geeignet und erfüllen nicht die Anforderungen des Infektionsschutzes. Sie dürfen zwar benutzt werden, können aber lediglich ergänzend zur Mund-Nase-Bedeckung verwendet werden. Wichtig ist, dass die Mund-Nase-Bedeckung groß genug ist, um Nase und Wangen vollständig zu bedecken und an den Rändern möglichst eng anliegt. Bei Visieren können sich Tröpfchen, vor allem durch die großzügige Öffnung nach unten und oben, nach wie vor leicht verteilen. Die relevante und notwendige Reduktion der Verteilung der Viren durch die Atemluft ist somit nicht gegeben und kein ausreichender Fremdschutz gewährleistet" (https://stmgp.bayern.de/coronavirus/haeufig-gestellte-fragen/)

Erste Hilfe

Der Fachbereich Erste Hilfe der DGUV hat alle wichtigen Informationen für Unternehmen und Versicherte zu den Themen „Organisation von Erste-Hilfe-Aus- und Fortbildungen“ und „Erste-Hilfe-Maßnahmen im Pandemiefall“ in Form von Handlungshilfen hier zusammengestellt:

Lüftung

Eine wichtige Schutzmaßnahme für alle Betriebsarten zur Reduzierung der Gefährdung durch virenhaltige Aerosole ist die Lüftung. Durch sachgerechte Lüftungsmaßnahmen kann die Konzentration infektiöser Viren in der Raumluft und damit das Infektionsrisiko verringert werden.

 

Die aktuell beschlossene Empfehlung „Infektionsschutzgerechtes Lüften“ der Bundesregierung erläutert den Einfluss von Lüftungsanlagen auf die Prävention von Infektionen und unterstützt bei der Gestaltung von Lüftungskonzepten. Sie baut auf der Technischen Regel für Arbeitsstätten, ASR A3.6 „Lüftung“ auf, ist jedoch keine verbindliche Vorschrift.

 

Allerdings enthält sie die zentralen Erkenntnisse eines Expertenaustausches, der unter Federführung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, begleitet durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, das Bundesministerium für Gesundheit und das Bundeskanzleramt durchgeführt wurde, und gibt so den aktuellen Stand der Technik wieder. Konkretisiert wird diese Empfehlung jetzt durch eine Veröffentlichung der BAUA zum Infektionsschutzgerechten Lüften.

 

Die DGUV hat alle berufsgenossenschaftlichen Veröffentlichungen zum Thema "Lüften" auf einer Seite zusammengefasst. Konkrete Hinweise zum Lüftungsverhalten, zum Einsatz raumlufttechnischer Anlagen und mobiler Filtergeräte gibt die neue FB-Aktuell-Veröffentlichung des SG "Innenraumklima". Hinweise der KUVB zu mobilen Raumluftreinigern finden Sie hier.  

 

Die aktuelle Publikation der BAUA, Fokus "Infektionsschutzgerechtes Lüften – Hinweise und Maßnahmen in Zeiten der SARS-CoV-2-Epidemie" beschreibt die wissenschaftlichen Erkenntnisse zum infektionsschutzgerechten Lüften. Zudem enthält sie konkrete Handlungsempfehlungen zur Lüftung sowie eine angepasste Ausführung und Betriebsweise von raumlufttechnischen Anlagen. Weiterhin informiert sie auch über den Einsatz mobiler Luftreiniger. Wenn diese mit wirksamen Methoden arbeiten, können sie kurzfristig als ergänzende Maßnahme sinnvoll sein, wenn keine andere Möglichkeit zur Verfügung steht. Sie erfordern einen sachgerechten Einsatz, können jedoch ausreichende Lüftungsmaßnahmen nicht ersetzen. Siehe dazu auch die Pressemitteilung der BAUA.

 

Die DGUV hat alle berufsgenossenschaftlichen Veröffentlichungen zum Thema „Lüften“ auf einer Seite zusammengefasst. Konkrete Hinweise zum Lüftungsverhalten, zum Einsatz raumlufttechnischer Anlagen und mobiler Filtergeräte gibt die neue FB-Aktuell-Veröffentlichung des SG „Innenraumklima“.

 

Weitere Handlungshilfen:

Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM)  Handlungshilfe sowie die Erläuterungen dazu in der Zusatzinformation zum Lüftungsverhalten (ebenfalls BGHM)

 

Kommission Innenraumlufthygiene am Umweltbundesamt: Stellungnahme mit zahlreichen Hintergrundinformationen und Details zum Thema Lüftung

 

Anlässlich einer Reihe von Rückfragen hat das Bayerische Staatsministerium der Finanzen und für Heimat als das für dienstrechtliche Angelegenheiten zuständige Ministerium sein am 24. Juli 2020 veröffentlichtes Schreiben beim Thema „Lüftungsanlagen“ wie folgt konkretisiert:

  

„Einsatz von Klima- und Lüftungsanlagen"

Der Einsatz von Klimaanlagen in ausschließlich einzeln genutzten Büros ist unbedenklich. In Räumen, die von mehreren Personen genutzt werden (z.B. Büros mit Publikumsverkehr, Büros während Besprechungen oder Besprechungsräume), sollten ganz oder teilweise umluftbetriebene Anlagen lediglich zur Kühlung vor und nach der Nutzung verwendet werden. Die Frischluftzufuhr sollte dann, wie oben dargestellt, manuell sichergestellt werden." (Schreiben vom 31. Juli 2020)

Stand: 06.10.2020