Aktuelles zu Arbeitsschutzmaßnahmen im Zusammenhang mit SARS-CoV-2

(Bild: AdobeStock/Nastya Tsy)

Sicherheit und Gesundheitsschutz haben oberste Priorität, wenn es um Arbeit in Zeiten der Corona-Pandemie geht. Dem Arbeitsschutz kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung haben daher gemeinsam den SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandard vorgestellt. Dieser formuliert Anforderungen an den Arbeitsschutz in Zeiten der Corona-Krise. Hinweise auf konkretere, branchenspezifische Schutzstandards finden Sie auf den nachfolgenden Seiten unter „Betriebe und Einrichtungen“.

Die jetzt erstellte SARS-CoV-2-Arbeitsschutzregel konkretisiert die Anforderungen des Arbeitsschutzrechts in Bezug auf Schutzmaßnahmen gegen die Ausbreitung von SARS-CoV-2. Bei Einhaltung der Regel können die Unternehmerinnen und Unternehmer davon ausgehen, dass die Anforderungen der Verordnungen nach dem Arbeitsschutzgesetz und auch des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards erfüllt sind. Maßgeblich bleibt jedoch stets die tatsächliche Situation im Betrieb vor Ort, wo Sicherheit und Gesundheit der Versicherten durch passende Maßnahmen sichergestellt werden müssen.

Um das Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 bei der Arbeit zu minimieren sowie die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten zu schützen, wurde – aktuell befristet bis zum 10. September 2021 – die SARS-CoV-2-Arbeitsschutzverordnung erlassen. Konkret geht es um die Aktualisierung der Gefährdungsbeurteilung, die Reduzierung der betrieblichen Kontakte, Lüftungsmaßnahmen und Abtrennungen, Homeoffice sowie die Maskenpflicht im Betrieb.

Weitere Informationen

Spezifische Informationen für unsere Mitgliedsbetriebe

Im Weiteren haben wir für unsere Mitgliedsbetriebe und -einrichtungen betriebsspezifische Informationsangebote zur Corona-Pandemie zusammengestellt. Über unsere Seite Betriebe und Einrichtungen gelangen Sie auf die einzelnen Informationsseiten für Ihren Betrieb bzw. Ihre Einrichtung.

Masken – Mund-Nase-Schutz – partikelfiltrierende Halbmasken (z. B. FFP2)

Derzeit (während der Gültigkeit der Corona-ArbSchV) sind durch den Arbeitgeber mindestens medizinische Gesichtsmasken oder partikelfiltrierende Atemschutzmasken (FFP-2-Masken oder gleichwertiger Atemschutz) zur Verfügung zu stellen, wenn die Anforderungen zu Raumbelegung und Mindestabstand nicht eingehalten werden können.

 

Hinweise zu geeigneten Maskentypen finden Sie hier: https://www.baua.de/DE/Themen/Arbeitsgestaltung-im-Betrieb/Coronavirus/FAQ/PSA-FAQ-13.html

Ein Übersichtsartikel aus dem DGUV-Forum erläutert die unterschiedlichen Produkte mit Hinweisen zur Ableitung von Tragezeiten und Tragepausen.

Erste Hilfe

Der Fachbereich Erste Hilfe der DGUV hat die zielgruppenspezifischen Handlungshilfen (aktueller Stand: 10.02.2020) überarbeitet. In den Handlungshilfen für Unternehmen, betriebliche Ersthelfende und ermächtigte Ausbildungsstellen wurden die Regelungen der Corona-ArbSchV berücksichtigt sowie eine neue Bewertung der Fortbildungsfrist integriert.

 

https://www.dguv.de/fb-erstehilfe/nachrichten/meldungen-2021/handlungshilfen_update_10-02-2021/index.jsp

Lüftung

Eine wichtige Schutzmaßnahme für alle Betriebsarten zur Reduzierung der Gefährdung durch virenhaltige Aerosole ist die Lüftung. Durch sachgerechte Lüftungsmaßnahmen kann die Konzentration infektiöser Viren in der Raumluft und damit das Infektionsrisiko verringert werden.

 

Die Empfehlung „Infektionsschutzgerechtes Lüften“ der Bundesregierung erläutert den Einfluss von Lüftungsanlagen auf die Prävention von Infektionen und unterstützt bei der Gestaltung von Lüftungskonzepten. Sie baut auf der Technischen Regel für Arbeitsstätten, ASR A3.6 „Lüftung“ auf, ist jedoch keine verbindliche Vorschrift. Sie enthält die zentralen Erkenntnisse eines Expertenaustausches bei der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und gibt den aktuellen Stand der Technik wieder. Konkretisiert wird diese Empfehlung durch eine Veröffentlichung der BAUA zum Infektionsschutzgerechten Lüften.

 

Die DGUV hat alle berufsgenossenschaftlichen Veröffentlichungen zum Thema "Lüften" auf einer Seite zusammengefasst. Hier finden Sie Hinweise zum infektionsschutzgerechten Lüften während der SARS-CoV-2-Epidemie in Innenräumen.  Empfehlungen für alle Branchen finden Sie hier: https://dguv.de/de/praevention/corona/informationen-fuer-spezifische-branchen/index.jsp.

Praxisgerechte Handlungshilfen liefert die Berufsgenossenschaft Holz und Metall (BGHM) auf ihrer Seite:) Handlungshilfe mit Erläuterungen in der Zusatzinformation zum Lüftungsverhalten.

 

Ein wertvolle Hilfe zur Berechnung der CO2-Konzentration in Räumen und der notwendigen Lüftungsintervalle ist die APP "CO2-Timer" der DGUV. Diese APP ist so ein geeignetes Hilfsmittel, damit durch rechtzeitiges Lüften das Risiko einer Übertragung von luftgetragenen Krankheitskeimen (z. B. Viren, Bakterien) verringert werden kann. Als Empfehlung für den Lüftungszeitpunkt gilt eine CO2-Konzentration von 800 ppm.

 

Für den Einsatz von sog. mobilen Raumluftfiltern oder Raumluftreinigern gibt es derzeit mehrere aktuelle Veröffentlichungen. Der Einsatz solcher Geräte erfordert eine sachgerechte Aufstellung und eine detaillierte Gefährdungsbeurteilung. Die wichtigste Erkenntnis ist, dass diese Anlagen die notwendigen Lüftungsmaßnahmen nicht ersetzen können.
Informationen dazu finden sich u.a. hier:  Hinweise des BMAS zur Auswahl und zum Betrieb von mobilen Luftreinigern, aktuelle Hinweise des IFA und der DGUV sowie die Hinweise der BAUA. Zusammenfassende Hinweise der KUVB zu mobilen Raumluftreinigern finden Sie hier.

Stand: 30.07.2021