Klimawandel und Arbeit

Die Klimaerwärmung ist ein Thema für den Arbeitsschutz. Vor allem Hitze macht Beschäftigten zu schaffen. Unternehmen sind gefordert, Schutzmaßnahmen zu treffen.

 

Unser Klima verändert sich – und damit unsere Arbeitsbedingungen. Beschäftigte sind aufgrund der Klimaerwärmung zunehmend Hitze ausgesetzt. Je nach Tätigkeiten und Aufenthaltsorten sind Unternehmen unterschiedlich betroffen: In Büros kann es im Sommer unangenehm heiß werden. Zudem sind Beschäftigte besonders zu schützen, die im Freien wichtige Dienstleistungen erbringen – ob in städtischen Versorgungsbetrieben und Bauhöfen, an Straßen, in Grünanlagen, auf Schulhöfen oder in Wäldern.

Zu den Auswirkungen von Hitzewellen einige Fakten:

  • Stress durch Hitze wird als größtes Gesundheitsrisiko des Klimawandels empfunden. Dies ergab bereits die erste „Klima-Umfrage“ der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) im Jahr 2022. Weitere Studien belegen dies.
     
  • Zwei Drittel der Erwerbstätigen fühlen sich bei Hitze weniger leistungsfähig. 
    Das zeigt der DAK-Gesundheitsreport 2024. Die Befragten gaben an, bei Extremtemperaturen weniger produktiv zu sein und sich schlechter konzentrieren zu können. Wer unter der Hitze leidet, fühlt sich demnach eher überfordert. Befragte berichteten, gereizter, manche sogar aggressiver im Umgang mit Kolleginnen und Kollegen oder mit der Kundschaft zu sein.
     
  • Fast ein Fünftel aller Beschäftigten klagt über hitzebedingte Gesundheitsprobleme – mit steigender Tendenz bei älteren oder chronisch erkrankten. Die Betroffenen berichten über Abgeschlagenheit und Schlafprobleme, Kreislaufbeschwerden und Kopfschmerzen.
  • Die Zahl der Arbeitsunfälle steigt bei Hitze. Wer aufgrund einer Hitzewelle unter Schlaf- und Kreislaufproblemen leidet, übermüdet und unkonzentriert ist, hat eher einen Arbeitsunfall. Auf Basis von Daten aus der Schweiz kommen Forschende zu dem Ergebnis, dass an Hitzetagen mit mehr als 30 Grad die Zahl der Arbeitsunfälle um 7,4 Prozent zunimmt.
     
  • Sieben von zehn Fachleuten sind der Meinung, dass sich der Klimawandel auf Arbeitsplätze und Tätigkeiten auswirkt. 
    Das zeigt eine Befragung von Betriebsärztinnen, Betriebsärzten sowie Fachkräften für Arbeitssicherheit. Auch aus ihrer Sicht gelten die steigenden Temperaturen als größtes Risiko des Klimawandels. In der betrieblichen Beratung werden deshalb häufiger Schutzmaßnahmen gegen Hitze thematisiert, wobei etwas weniger als die Hälfte der Betriebe bereits aktiv geworden ist.

Hitze: Auswirkungen und Prävention

Was passiert bei Hitze im Körper?

Für lebenswichtige Organe ist eine gleichbleibende Temperatur wichtig. Der Körper versucht bei Hitze, sich herunterzukühlen. Er hat zwei Strategien: Erstens bildet er Schweiß, zweitens weitet er die Gefäße. Für beides muss allerdings das Herz stärker pumpen, zugleich fällt der Blutdruck. Schwäche, Müdigkeit, Schwindel und Kopfschmerzen können die Folge sein, ebenso Kreislaufprobleme.Wenn der Körper gegen die Hitze nicht mehr ankommt und sich die Symptome verstärken, spricht man von einer Hitzeerschöpfung – bis hin zu einem lebensbedrohlichen Hitzschlag.
Mit diesen Aushängen der DGUV können Unternehmen auf das Thema aufmerksam machen und wichtige Hinweise für Helfende im Betrieb geben.

Was tun, wenn die Temperaturen steigen? 

Wie der Körper auf Hitze reagiert und wann es riskant wird, beispielsweise ein Fahrzeug zu steuern, lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Anpassungsfähigkeit ist individuell verschieden; auch körperliche Fitness, eventuelle Vorerkrankungen und Medikationen spielen mit hinein. 
Wichtig ist, dass insbesondere Personen, die Maschinen oder Fahrzeuge führen, in guter körperlicher Verfassung sein müssen, um ihre Aufgabe konzentriert bewältigen zu können.

Der Schutz vor Sommerhitze steht im Mittelpunkt

Wer ein Unternehmen führt, muss sicherstellen, dass Beschäftigte ausreichend vor Hitze und deren Folgen geschützt sind. Das ist eine Gemeinschaftsaufgabe: Handlungsgrundlage ist die Gefährdungsbeurteilung, die für alle Arbeitsplätze den Aspekt Hitze berücksichtigen muss. Einzubeziehen sind Fachkräfte für Arbeitssicherheit, Betriebsärzte oder Betriebsärztinnen, Führungskräfte und Sicherheitsbeauftragte sowie die Beschäftigten selbst. Dabei gilt es, sowohl unternehmensweite als auch auf die jeweiligen Arbeitsplätze und Tätigkeiten zugeschnittene Schutzmaßnahmen zu ergreifen. 

Schutzmaßnahmen nach dem TOP-Prinzip

 

 

Tipp: Arbeitsschutzausschuss

Gut platziert ist das Thema Hitze im Arbeitsschutzausschuss. Hier können alle Unternehmensbereiche ihre Erfahrungen aus den vergangenen Sommern einbringen und gemeinsam Lösungsansätze entwickeln. Auf diese Weise lassen sich Schutzmaßnahmen wie die Anschaffung von Jalousien, flexible Pausenregelungen oder die Lieferung von Getränken abstimmen. Wichtig: Im gleichen Kreis sollte das Thema während und nach der Hitzeperiode wieder auf die Agenda gesetzt werden, um die Wirksamkeit der Maßnahmen zu überprüfen und geeignete Vorkehrungen für den nächsten Sommer zu treffen.

 

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